• Weder gut noch böse

    by  • 28. Oktober 2011 • Geisteshaltung • 1 Comment

    Gut oder böse

    Das Denken macht den Unterschied

     “There is nothing either good or bad, but thinking makes it so.”
    “An sich ist nichts weder gut noch böse, das Denken macht es erst dazu.”

    William Shakespeare

    An regnerischen Herbsttagen, düster verhangen oder nass und kalt, ist es ein Leichtes, die gute Laune zu verlieren. Trotzig scheint der Gelassene, der dem Chor der Klagenden nicht beitritt. Geradezu impertinent und besserwisserisch mag er empfunden werden. Nur das beklagte Leid erscheint sozial erträglich.

    So wie der Regen unerbittlich ist, kommt oft der Wandel. Zur Unzeit breitet er sich aus und bleibt beharrlich. Was bei Kalendersprüchen leicht und gerne allzu schlau scheint, wird zur Bewährungsprobe. Schmerz und Leid verspotten uns, die wir so wissend waren. Was theoretisch Läuterung versprach, wird nur noch hassend abgelehnt.

    Trauer breitet sich aus oder Verbitterung, wenn der Wille nicht sein Recht bekommt. Die Depression steht willfährig zur Flucht bereit. Wer mag schon widerstehen?

    Der Herbst bringt den Verfall. Das letzte Farbenspiel verblaßt, die Schwere macht bedenklich. Der Ernst ist nicht zu übersehen. Töricht erscheint, wer da nicht innehält und ruht. Wer immer nur noch weiterlacht.

    Der Wandel will. Wandel zwingt auch zur Ruhe. Nicht anzunehmen, was ist, sich dann zu widersetzen, kann Lebenskraft bedeuten oder Dummheit. Eine Entscheidung ist es allemal. Sich fügen ist nicht Resignation. In Ruhe annehmen, mit allen Konsequenzen, ist ein bewußter Akt. Ist ein Erleben. Es ist das Gegenteil von nicht lebendig.

    Den Wandel anzunehmen, wie den Herbst, dem Schweren seinen Raum zu lassen, erfordert Achtsamkeit. Nicht nur zu denken, sondern zur rechten Zeit zu spüren, daß So-sein weder gut noch böse ist.

    Achtsam zu verstehen, was Leben ist, braucht Zeit. Gelassenheit kommt nicht im ersten Herbst. Die Zeit sein So-sein achtsam zu erfahren, besteht zu jedem Augenblick. Die Entscheidung, es auch zu tun, ist allein unsere. Darin liegt unsere Macht, gut oder böse zu empfinden.

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    One Response to Weder gut noch böse

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